Wie man eine Übung baut

Vorab ein Hinweis in eigener Sache. Auf www.Peterspawns.de findet man seit kurzen
den Übungskatalog aus dem Paderborner Training. Die Übungen in dem Katalog sind
nach einem bestimmten Muster entwickelt worden. Im Folgenden werden die
einzelnen Schritte präsentiert.

1. Ein Ziel finden

Jede Übung sollte auf etwas abzielen, dass mit ihr trainiert
wird. Das kann ein einfaches Ziel wie „viel und schnell pompfen“ oder das
erlangen bestimmter Techniken sein. Man kann sie auch nutzen um gewisse Aspekte
zu betonen, wie zum Beispiel der Pinstein oder richtiges Zählen. Wichtig ist,
dass man ein Ziel findet, das für sich alleine steht. Also anstelle einer Übung
„Pompfen und richtiges Abknien“ baut man entweder eine Übung für Pompfen oder
für das Abknien, ja nachdem welcher Aspekt trainiert werden soll. Das heißt
nicht das andere Aspekte nicht auch in den Übungen vorkommen sollen, das Ziel
sollte aber für sich allein stehen.

2. Bewertung für das Ziel finden

Jetzt wo man sein Ziel hat, muss man einen Weg finden den
Erfolg des Ziels zu bewerten. Also wann habe ich das Ziel erfüllt und wann habe
ich versagt. Diese Mechanik sollte im Zentrum meiner Übung stehen. Im Fall der
Abknieübungen kann man zum Beispiel formulieren, dass ich das Ziel erfülle,
wenn ich zeitnah gültig knie.

3. Übung reduzieren

Nun ist der Moment gekommen, wo ich die Übung von allem
unnötigen Ballast befreie. Beispiel Abknien: Juggs, Spielfeld, Gegner, Steine brauchen
wir erstmal nicht. In der simpelsten Form kriegt der Teilnehmer ein Signal und
kniet sich dann korrekt hin.

4. Übung an Realität und Umstände anpassen

Diese komplett reduzierten Formen können bereits sinnvolle
Übungen bilden, aber entsprechen nicht zwangsweise der Spielrealität. Jetzt
kann ich wieder Elemente dazunehmen. Welche Elemente man dabei nimmt hängt von
der Absicht ab. Will ich eine ganz bestimmte Spielsituation trainieren oder etwas
Generelles.

Ich skizziere zwei Varianten in unserem Beispiel.

Am häufigsten wird ein Spieler knien müssen, wenn er von einer
Pompfe getroffen wird. Also geben wir dem Teilnehmer noch einen Gegner. Falls nun
einer von den beiden getroffen wird, kniet er sich korrekt hin. Der
Trainingspartner kann dabei darauf achten, dass sich der Teilnehmer auch
richtig hingekniet hat.
In der anderen Variante stelle ich fest, dass ich mich zwar bereits korrekt
abknie, allerdings im Aufstehen lieber auf dem anderen Bein knie. In diesem
Fall lasse ich den Gegner weg und gebe mir die Sonderregel, dass ich auch auf
dem richtigen Knie knien muss. (Auch diese Übung kann natürlich mit Pompfern
kombiniert werden)

Damit habe ich es geschafft und habe eine Übung für mein
Problem gebaut. Warum empfehle ich diesen Ansatz? Viele Übungen, die im Jugger
entwickelt werden, werden schnell sehr komplex und bilden dabei nicht einmal
eine Spielrealität ab, da man Elemente hinzufügt, die im Spiel für gewöhnlich
nicht existieren. Die Reduzierung soll genau das verhindern. Außerdem tendieren
Teilnehmer dazu den Sinn aus einer Übung rauszuoptimieren. Solang es innerhalb
der Regeln der Übung erlaubt ist und es sicher zum Erfolg führt, wird es
wahrscheinlich von ihnen angewendet., unabhängig ob das noch sinnvoll ist. Deshalb
sollten alle Aktionen anhand des Ziels gemessen werden. Dazu ist es auch
wichtig die Teilnehmer über das Ziel klar zu informieren und nicht nur die
Regeln der Übung.

Ich hoffe diese Schritte helfen euch gute Übungen angepasst
auf eure Trainingsziele zu kreieren.

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